CHILDRENS'S HOUSE EL RAWY PROJECT
Das Children's House hat am Bedouin Festival in Dahab teilgenommen.
Fotografien gibt es hier...
Mailen Sie direkt an das Children's House:

childrenshousedahab@gmail

 

Gemeinschaft im Children' House.
kind
Basteln im Children' House.
fussball
Fussbalspiel beim Children' House.
Tonen
filzen
Filzen
klaenge
Klangkunst mit Jochen Fassbender
maerchen
Märchenerzählerin Manusch
roboter
Roboter
Probe

Probe

Auftritt

Auftritt im Zirkus Bonboni.

Das Children’s House in Dahab Asala.
(gegründet 2006)

 

Das Children’s House ist ein Kunst- und Kulturzentrum mit einem multinationalen, integrativen Kindergarten.


Durch die enorme Tourismusentwicklung in der Region (Südsinai / Rotes Meer) wurden und werden die Beduinen aus ihrem ursprünglichen Lebenszusammenhang gerissen und ihr Lebensraum wird zunehmend begrenzt und zerstört. Ihre traditionellen Fähigkeiten verlieren an Bedeutung in einer modernen Gesellschaft, die ganz andere Anforderungen stellt.
Das Kunst- und Kulturzentrum ist ein Ort der Begegnung, des Austauschs von Kulturen, der Vermittlung und des Erhalts beduinischer Tradition, der Kunst und Kreativität. Ein Focus liegt auf der Förderung von Fähigkeiten, welche die Beduinen nicht nur dabei unterstützen, sich in einer rasant wandelnden Gesellschaft zurecht zu finden, sondern diese auch aktiv und kreativ mitzugestalten.


Dahab war bis in die 1960-er Jahre ein kleines Dörfchen, in dem nur wenige Menschen dauerhaft lebten. Die Beduinen vom Stamm der Mzena nomadisierten die meiste Zeit des Jahres in der Wüste im Landesinneren und kamen nur am Ende des Sommers an die Küste, um dort in ihren Palmenhainen die Datteln zu ernten. Erst mit der israelischen Besatzung (ab 1967) und unter der darauf folgenden ägyptischen Regierung (seit den 1980-er Jahren) siedelten sich in immer größerer Zahl die Beduinen und Menschen aus den benachbarten Regionen dort an, bis Dahab schließlich zu dem bunten Mosaik wurde, das es heute ist und das hauptsächlich aus drei Bevölkerungsgruppen besteht:
Beduinen, die mit wenigen Ausnahmen zum Stamm der Mzena gehören. Sie leben seit Jahrhunderten auf der Sinaihalbinsel.
Ägypter, die sich dort vorwiegend im Zuge der Tourismusentwicklung der letzten 30 Jahre angesiedelt haben und von denen die meisten aus den Städten am Nil stammen. Viele von ihnen (die meisten sind Männer) sind nur zum Arbeiten da und kehren außerhalb der Hochsaison oder in touristischen Krisenzeiten an den Nil zu ihren Familien zurück.
Ausländer aus vorwiegend europäischen Ländern (und USA und Russland), von denen die meisten ebenso in der stets wachsenden Tourismusbranche tätig sind. Viele der ausländischen Frauen sind mit ägyptischen Männern, bzw. Beduinen verheiratet.

 

Der Kindergarten


Im Kindergarten liegt ein besonderer Schwerpunkt auf der Förderung der Beduinenkinder und ihrer Kultur, die in den staatlichen und privaten Bildungseinrichtungen unterrepräsentiert sind. Der Austausch und das friedliche Zusammenleben der Kulturen, sowie das Erkennen des einzelnen Gruppenmitgliedes als wertvollen Bestandteil der Gesamtgruppe gehören zu unseren Hauptzielen.

In der traditionellen Stammesgesellschaft wuchsen Kinder von klein auf in verantwortungsvolle Aufgaben hinein. Dadurch konnten sie ein starkes Selbstbewusstsein ausbilden und ihre Identität finden. Die sich stark verändernde Gesellschaft stellt neue Herausforderungen an die Kinder. Der Kindergarten will den Kindern Fähigkeiten vermitteln, diesen kreativ zu begegnen.
Unser pädagogischer Ansatz ist ein Situationsbezogener, das bedeutet, dass wir auf die speziellen Bedürfnisse der Kinder und die Strukturen vor Ort eingehen. Dies betrachten wir als einen Austausch mit prozesshaftem Charakter. 

In diesem Sinne ist es uns wichtig, traditionelle Elemente der beduinischen Kultur zu integrieren, so lernen die Kinder z.B., wie man ein Feuer macht und Fladenbrot bäckt.
Die Reizarmut der Wüstenlandschaft bot immer schon ein kreatives Potential, das wir heute wieder neu zu schätzen wissen. Die Kinder entdecken dort das phantasievolle Spiel mit Sand, Steinen, Stöcken, Samenkapseln.

Wenn die Wüste nach dem Regen grünt und die Beduinen mit ihren Tieren auf die Weidegebiete ziehen, dann zieht Nuras Tsigen-Kindergarten mit! Dort lernen wir, ein Zelt aufzubauen, Ziegen zu hüten und zu melken und die vielen Kräuter der Wüste, ihre Namen, ihren Geschmack und Geruch, ihre Verwendung und vieles mehr.

 

Das Kunst- und Kulturzentrum

 

Nachmittags und abends finden in den Räumen und im Hof des Children’s House unterschiedliche Workshops, Treffen und Vorträge statt, so etwa Mal- und Sprachkurse, Backen, Nähen, Fußball, Babymassage, Kräuterkunde, Musikinstrumentenbau, Filmvorführungen, Konzerte, Spielnachmittage, usw.
Es trifft sich hier auch eine Selbsthilfegruppe (Alkohol- und Drogenmissbrauch).
Das Zentrum unternimmt Ausflüge in die Wüste und auf die Frühjahrsweide, Kräuterwanderungen mit kundigen Beduinenfrauen, usw.

 

Zukunftsmusik

 

In naher Zukunft soll - an das Zentrum angeschlossen - eine Anzahl von Werkstätten entstehen. Auf dem Nebengelände wollen wir einen Garten anlegen.
Wir planen außerdem den Aufbau eines Cafés.

 

Personal 


Der Kindergarten des Children’s House ist eine Elterninitiative.
Die Organisatorinnen arbeiten größtenteils ehrenamtlich. Ein Teil der Pädagoginnen erhält ein kleines Monatsgehalt. Momentan wird die Ausbildung einer Beduinenfrau vom Verein finanziell mit unterstützt.
Verschiedene Erzieherinnen arbeiten als Praktikantinnen (für Kost & Logis). Beduinenfrauen arbeiten als Betreuerinnen und in der Reinigung und werden für ihre Arbeit bezahlt. Die Besitzerin des Gebäudes ist eine Beduinenfrau.

 

Finanzierung

 

Das Children’s House ist eine Nicht-Profit-orientierte Organisation.

Einkünfte entstehen durch Monatsbeiträge der Eltern (Kindergarten) und Spenden.
Den Beduinen ist es oft nicht möglich, die Beiträge zu bezahlen, daher suchen wir für die Beduinenkinder, die den Kindergarten besuchen möchten Paten, die für sie die Beiträge übernehmen.
Die Ausflüge tragen sich selber, Vorträge werden meistens ehrenamtlich gehalten.

 

Durch die Monatsbeiträge sollten im Idealfall die Miete des Hauses und die Gehälter der Erzieherinnen beglichen werden.

Weitere Einkünfte werden durch kulturelle Veranstaltungen oder den Verkauf von selbst hergestellten Dingen erzielt. Wir unterstützen die lokale Kunst- und Handwerksproduktion.

 

Im Moment ist das Children’s House auf Spenden angewiesen.